21. Februar 2014

Kurt Eisner - ein Bild für den Landtag

eine politische Kunstaktion des Vereins für demokratische Kultur im Freistaat e.V. „Das andere Bayern“

Der Verein „Das andere Bayern“ hat heute mit einer Kunstaktion an Kurt Eisner, den Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern erinnert, der vor genau 95 Jahren von einem rechtsextremistischen Attentäter ermordet wurde.

Am Tatort in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße*) und zur Tatzeit, um 11.00 Uhr, wurde ein Kranz niedergelegt und des ermordeten Ministerpräsidenten, Demokraten, Sozialisten und Pazifisten Kurt Eisner gedacht, der sich insbesondere für Völkerverständigung, Bildung und den Dialog von Politik und Kunst einsetzte.

Bedauerlicherweise wurde weder von der Staatskanzlei noch vom Landtag des Freistaats Bayern dessen Gründer in irgendeiner Form  geehrt.

Ein Porträtbild Kurt Eisners, gestaltet von Wolfram P. Kastner, trug eine kleine Gruppe von zwanzig geschichts- und demokratiebewussten Personen – in ungeordneter Gruppierung (nach Maßgabe des Ordnungsamtes) - anschließend in den  Landtag des Freistaats Bayern.

Dort hängen zwar einige opulente Bilder aber bis heute kein Porträt des Begründers des Freistaats. Scheinbar ist man bis heute nicht stolz auf die unblutige Revolution in Bayern, die am 7. November 1918 (zwei Tage vor Berlin) stattfand, die militaristische Adelsdiktatur beendete und das Volk zum Souverän erklärte.Das könnte doch ein Feiertag und ein Volksfest werden.

Die Landtagspräsidentin Barbara Stamm fürchtet dagegen, dass die Gewaltenteilung durch ein Porträt Eisners im Landtag gefährdet werden könnte und verweigerte die Annahme. Stattdessen hat die Landtagsfraktion der SPD das Porträt entgegen genommen und wird es in ihren Räumen an einem würdigen Ort anbringen.

Die gemäßigten Optimisten des Vereins „Das andere Bayern“ hoffen, dass in absehbarer Zeit, sowohl die Bayerische Staatsregierung als auch das Parlamentspräsidium sich mit dem Gründer unseres Freistaats anfreunden, ihn zumindest mit einem Porträt würdigen wird - vielleicht sogar mit einer Politik in seinem freiheitlichen und sozialen Sinne.

 

*) Da durch die Notizen Faulhabers in seinem Tagebuch, das kürzlich unter dem Bett seines verstorbenen Sekretärs gefunden wurde, sowohl seine demokratie- wie judenfeindliche Einstellung und seine Sympathie zu den Nazis deutlich wurde, empfehlen wir, die Straße nach Kurt Eisner zu benennen.