30. Oktober 2018

Jubiläumsausstellung „Hundert Jahre Freistaat Bayern“ in Trostberg

Vorbericht zur Ausstellung „Hundert Jahre Freistaat Bayern“ in Trostberg

Eröffnung mit Michael Lerchenberg am 4. November im Postsaal

„Die Freiheit erhebt ihr Haupt – folgt ihrem Rufe!“. Mit diesen Worten beendete Ministerpräsident Kurt Eisner vor hundert Jahren seine Festansprache bei der Revolutionsfeier im Münchner Nationaltheater, 10 Tage nach der Ausrufung des „Freistaats Bayern“ am 8. November 1918. Daran erinnert eine große Ausstellung historischer Dokumente und Bilder, die in Trostberg vom 4. – 16. 11. 2018 im Postsaalgewölbe zu sehen ist und täglich von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr geöffnet hat. Der Eintritt ist frei.

Zur Eröffnungsmatinee am 4. November im Postsaal kommt der bekannte Kabarettist, Schauspieler und Regisseur Michael Lerchenberg und liest aus seinem neuen Programm „Revolution in Baiern“. Ein musikalischer Auftakt wird von der Musikschule Trostberg gestaltet. Bürgermeister Karl Schleid wird die Ausstellung mit einem Grußwort eröffnen.

Nach dem großen Erfolg in Laufen wird nun in Trostberg auf 50 großen Tafeln an die Ausrufung der Republik Bayern durch Kurt Eisner erinnert. Gezeigt wird eine Teil-Reproduktion der international beachteten Eisner-Ausstellung des Stadtmuseums München aus dem letzten Jahr. Die politischen Ereignisse vor und während des ersten Weltkriegs und der Lebenslauf des Schriftstellers, Politikers und Revolutionärs Kurt Eisner werden in Original-Dokumenten dargestellt. Schwerpunkt ist die friedliche Revolution in München am 7. November 1918 im Anschluss an eine Friedensdemonstration auf der Theresienwiese, der Sturz der Monarchie und die Regierungszeit des ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner bis zu seiner Ermordung am 21. Februar 1919. Gezeigt wird auch der Dokumentarfilm von Ulrike Bez von 1989 mit Zeitzeugen zu Verlauf und dem Ende der dann folgenden Räteregierungen mit dem Titel „Es geht durch die Welt ein Geflüster“, jeweils Montag, Dienstag, Freitag und Samstag um 18 Uhr an den Ausstellungstagen.

Peter Kurz, der Initiator und Leiter der Ausstellung, will den Besuchern ein historisch korrektes Bild des Protagonisten Kurt Eisner zeigen, ohne den die unblutige Revolution in München nicht stattgefunden hätte. „Einerseits als Idealist und Utopist abgetan, andererseits als fortschrittlicher Mann der Tat gepriesen, soll der charismatische Redner, der ethische Sozialist und Pazifist Kurt Eisner vor allem durch seine Worte und Schriften für sich selbst sprechen. Zahlreiche Originalfotografien und vor allem Dokumente, Plakate, Zitate von Schriftstellern und Anführern der Revolution lassen ein authentisches Bild der damaligen Geschehnisse in München entstehen. So kann die Ausstellung als lebendige Geschichtsstunde erlebt werden, besonders für Schulen und Bildungseinrichtungen in der Region ist dies ein einmaliges Angebot“, erklärt Kurz. Hauptveranstalter ist der Kurt Eisner Verein für politische Bildung e.V. in München, unterstützt vom Kreisverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA und der Friedensinitiative Traunstein Traunreut Trostberg. Das Stadtmuseum München hat freundlicherweise zusammen mit den dortigen Kurator*innen die Initiative von Peter Kurz unterstützt, diese Ausstellung zu ermöglichen. Anfragen von Schulen in Rosenheim und Traunstein, die Ausstellung ebenfalls zu zeigen, liegen bereits vor.

Eine besondere Attraktion hat der Trostberger Künstler Werner Pink eigens für diese Ausstellung geschaffen, nämlich eine lebensgroße Eisner-Skulptur, die im Eingangsbereich aufgestellt wird.